Um zu wissen, was Russland sei, müsse man erst einmal Dostojewski gelesen haben. Und Tolstoi. Und Lermontow, Leskow und Puschkin. Das empfahl Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) einmal in einem Interview, und er dürfte damit vielen Slawistik-Studierenden aus der Seele gesprochen haben. Zum Nachteil der Osteuropa-Studiengänge und ihrer Studierenden teilen nicht allzu viele Schmidts Ansicht – die Slawistik gehört hierzulande zu den kleinen Fächern, für die sich nur relativ wenige Studierende einschreiben. Viele Institute wurden bundesweit in den vergangenen Jahren geschlossen. Das könnte an ihren Unis auch passieren, fürchten Slawistik-Studierende aus Köln und Bonn.
Russisch Brot ist hart
Die Bonner Slawistik schließt vielleicht, die Kölner soll umgebaut werden. Die Studierenden sind besorgt. Von Julia Groth
Der Vertrauenslehrer
Studierende können sich mit ihren Problemen an einen Ombudsmann wenden. Wie er ihnen helfen soll, ist unklar. Von Hanna-Lisa Hauge
Seit fast einem Jahr existiert an der Philosophischen Fakultät ein Amt, von dem fast niemand weiß: die Ombudsperson. An jeder Fakultät gibt es eine solche Stelle. »Studierende können sich vertrauensvoll an von ihnen ausgewählte Personen wenden, die sich im Universitätsbetrieb auskennen und vollkommen unabhängig beraten und helfen können«, erklärt Prorektor Holger Burckhart. Studierende kennen die Ombudsperson bisher aber kaum.
Kalte Akquise beim Mittagessen
Die VersicherungsvermittlerInnen von MLP wollen an der Kölner Universität Studierende ködern. Die Uni-Verwaltung würde die ungebetenen Gäste gern loswerden. Von Julia Groth
Beim Mittagessen in der Mensa bekommen Studierende in letzter Zeit mitunter unerwartete Gesellschaft. Mit Fragebögen ausgerüstete Männer und Frauen tauchen am Tisch auf – vorgeblich, um kostenlose Beratungen zu Themen wie Karriere-Gestaltung und Geldanlagen anzubieten. Sie kommen aber vom Finanzdienstleister MLP, der alles andere als ein freundlicher Gratis-Anbieter von Finanzberatungen und Karriere-Workshops ist. Mit diesen Angeboten will MLP Studierende für die von ihm vertriebenen Versicherungen gewinnen, und zwar für so viele wie möglich. Auch in anderen Uni-Gebäuden trifft man die MLP-MitarbeiterInnen des Öfteren an. Die Uni-Verwaltung hat die Akquise-Aktionen nie genehmigt, wird die unerwünschten Gäste aber kaum los.
Vom Hörsaal nach Afghanistan
Die Bundeswehr betreibt zwei eigene Universitäten. Ihre Studierenden haben einen straffen Stundenplan und müssen sich für 13 Jahre verpflichten. Politische Hochschulgruppen dürfen sie nicht gründen. Von Carolin Wedekind
VWL-Student Stefan Quandt muss sich keine Sorgen um Studiengebühren und Nebenjobs machen. Im Gegenteil: Während des Studiums an der Hamburger Bundeswehruniversität bekommt er sogar ein monatliches Gehalt von fast 1700 Euro. Denn vor dem Studium hat er, wie die meisten seiner Mitstudierenden, eine 15-monatige Ausbildung zum Offizier hinter sich gebracht. »Die Studienbedingungen sind außergewöhnlich«, schwärmt Quandt. Die Universität sei gut ausgestattet und die Betreuungsrelation besser als an gewöhnlichen Hochschulen. Ohne Schattenseiten ist das Bundeswehrstudium aber nicht. Auch einige der ProfessorInnen sind umstritten: So erklärte der Historiker Michael Wolfssohn von der Bundeswehr-Uni München, dass man TerroristInnen auch foltern dürfen sollte.
Guerilla an der Uni
In Kolumbien versucht eine Guerilla-Gruppe, auf dem Campus zu rekrutieren. Bei PolitikerInnen sorgt das für Aufregung. Von Elke Hofmann
Ungefähr 600 Studierende haben sich auf dem Campus der Universität Distrital Francisco José de Caldas in Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens, zur Begrüßungsveranstaltung für Erstsemester versammelt. Zunächst erklären MitarbeiterInnen den Neuzugängen Struktur und akademische Ausrichtung der Universität. Schließlich erscheinen fünfzehn schwarz gekleidete, vermummte Gestalten auf dem Platz. Einer von ihnen greift zum Mikrofon. Fast zehn Minuten lang hält er eine Rede, fordert die Erstsemester auf, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen, und sich genau so für die Universität zu engagieren wie es die maskierten Mitglieder der Gruppe auch täten. Bevor die Vermummten sich im Laufschritt vom Campus entfernen, erinnern sie mit Schlachtrufen an zwei getötete Funktionäre der marxistischen Guerillagruppe «Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens« (FARC). Die Studierenden, die ihnen mit einer Mischung aus Neugier und Distanz zugehört haben, zögern kurz, dann applaudieren sie.
Allein im Hörsaal
Patrick Eggenspieler ist an der Kölner Uni der einzige Student im Fach Altorientalistik. Von Nadine Gottmann
Er hat noch nie wegen der Sprechstunde eines Dozenten warten müssen, saß in keinem überfüllten Seminar auf dem Fußboden und hat noch nie einen Multiple-Choice-Test geschrieben, weil sonst zu viel zu korrigieren wäre. Patrick Eggenspieler kennt das Wort »Massen-Uni« nur vom Hörensagen, denn er ist an der Uni Köln der einzige Student im inzwischen eingestellten Fach Altorientalistik, das sich mit der Kultur des Orients zwischen dem 4. und 1. Jahrtausend v. Chr. beschäftigt. »Dass das Fach geschlossen wird, hat mir unser einziger Dozent schon bei der Einschreibung gesagt.« Während sich jeder, dem er davon erzählt, darüber amüsiert, ist das für Eggenspieler nichts Besonderes. »Wir waren eigentlich immer zu dritt im Hauptfach, einer hat dann den Magister gemacht und der andere, das weiß man nicht so richtig. Jetzt bin ich halt übrig.«
Bayer gibt die Richtung an
Der neue Hochschulrat ist im Amt. Die Geistes- und Sozialwissenschaften sind darin kaum vertreten, Medizin und Pharmaindustrie dafür umso mehr. Frauen sind stark unterrepräsentiert, Studierende ausgeschlossen. Von Johanna Böttges
Er gehört zu den SpitzenmanagerInnen in Europa. Hermann-Josef Lamberti ist im Vorstand der Deutschen Bank und im Aufsichtsrat der Deutschen Börse. In den nächsten fünf Jahren soll Lamberti im Kölner Hochschulrat das Geld der Universität lohnend investieren. Denn das NRW-Wissenschaftsministerium will, dass die Uni wirtschaftlicher wird. Das umstrittene Hochschulfreiheitsgesetz (HFG) von 2006 schreibt vor, dass jede Hochschule des Landes einen Hochschulrat einsetzen muss. Zehn Führungspersonen aus verschiedenen Fachbereichen bestimmen im Rat mit. Mindestens die Hälfte von ihnen muss aus einem hochschulexternen Bereich kommen, wie Wirtschaft oder Politik. In Köln gibt es sogar sieben externe Mitglieder. Den Vorsitz wird ebenfalls eines der hochschulfremden Mitglieder führen, das aber noch nicht feststeht.
Islamfeindlicher Kongress in Köln
RechtsextremistInnen aus Köln rufen zu einer Veranstaltung gegen Islamisierung auf. Erwartet werden RednerInnen aus ganz Europa. Umfangreiche Gegenproteste sind geplant. Von Nina Weinbrenner
Die rechtsextremen Gruppierungen Pro Köln und Pro NRW planen einen antiislamischen Nazi-Kongress in Köln. Bei der Veranstaltung, die vom 19. bis zum 21. September stattfinden soll, werden RechtsextremistInnen aus ganz Europa erwartet. Sie wollen eine Sammelbewegung für antiislamische Ressentiments formieren. Die Organisatoren haben sich bemüht, viele bekannte Redner für den Kongress zu gewinnen. Dazu gehört der Bundestagsabgeordnete Henry Nitzsche, ehemaliges CDU-Mitglied und zurzeit parteilos. Er sagt: »Dieser Anti-Islamisierungskongress soll in die Geschichte eingehen als der Tag, an dem europäische Patrioten aufstanden, um der islamischen Erstürmung unserer Vaterländer endlich Einhalt zu gebieten.« Diese Aussage ist beispielhaft dafür, was sich die Veranstalter durch den Kongress erhoffen: Durch bessere Vernetzung soll es zu einer Verbindung der wichtigsten europäischen rechtsextremen Parteien kommen, um gemeinsam gegen die muslimische Bevölkerung vorzugehen.
Nasofi? – Na so was!
Die extreme Rechte überrascht mit einer pro-israelischen Splittergruppe. Von Gregor Leyser
So mancher »Kamerad« dürfte sich angesichts der Aussagen eines im Dezember vergangenen Jahres gestarteten Blogs verwundert die Augen gerieben haben. Einige ihrer Volksgenossen fordern dort ein Existenzrecht für Israel, bezeichnen die Juden als wertvolles Volk mit schützenswerter Kultur. Mit dieser Haltung haben die »Nationalen Sozialisten für Israel« (Nasofi) für einigen Aufruhr sowohl in der rechts- als auch der linksextremen Szene gesorgt. Ausgerechnet der traditionelle Standard-Sündenbock Judentum wurde geschlachtet und erhält sogar Anerkennung. Doch mit dem Islam hat man bereits einen passenden Ersatz gefunden.
Pro-Kölner studiert Jura
Ein Mitglied von Pro Köln hat sich an der Universität eingeschrieben. Der AStA will ihm ein Hausverbot erteilen. Von Johanna Böttges
»Nazis, Rassisten und andere Arschlöcher stellen sich vor. Heute: Die braune Narzisse der Uni Köln« – so lautete die Überschrift eines Plakats, mit dem Unbekannte Anfang Mai hundertfach die Campusmauern beklebten. Der Name, der darunter zu lesen war, sowie das abgebildete Portrait-Foto gehören Martin Schöppe, Mitglied des rechtsgerichteten Vereins Pro Köln. Ein gestellter offener Brief erweckte den Eindruck, Schöppe würde sich selbst als neuer Kommilitone an der Uni Köln vorstellen. Das angebliche Schreiben beinhaltet unter anderem Angaben über Schöppes politischen Aktivitäten bei rechten Gruppierungen und seine Karrieren bei Pro Köln und Pro NRW, dem parteilich organisierten Vereins-Ableger auf Landesebene. Sowohl er als auch seine Brüder Daniel und Bernd M. Schöppe verbreiteten in den Organisationen demnach »braune Propaganda.« Wir »hetzen dort gegen alles, was nicht in unser beschränktes Weltbild passt«, hieß es auf dem Plakat.
Billig schwitzen ist vorbei
Die Uni macht die Studierenden-Sauna Schwitzwerk dicht, weil sie die Sicherheit des BAföG-Amts gefährdet sieht. Die StammkundInnen wollen nun ihr Geld zurück. Von Carolin Wedekind
Im Keller des Kölner Studentenwerks konnte man bis Ende des vergangenen Jahres ein ungewöhnliches Uni-Angebot nutzen. Viele Jahre betrieben einige Leute dort die Sauna Schwitzwerk. Einige der etwa 500 regelmäßigen und 1000 gelegentlichen Gäste trauern nun um die günstige Wellness-Einrichtung. Denn wie jetzt bekannt wurde, bleibt das Schwitzwerk, das schon seit Anfang des Jahres pausierte, in Zukunft dauerhaft geschlossen.
Lernen bei Lebensgefahr
Die Uni Köln hat schwere bauliche Mängel. Um diese zu beheben, wartet die Uni auf Geld von der Landesregierung. Von Julia Groth und Nina Weinbrenner
Studieren an der Uni Köln kann mit Gefahr für Leib und Leben verbunden sein. Diesen Eindruck konnte man zumindest Mitte April gewinnen, als eine Rundmail der Verwaltung den Studierenden verkündete, dass zwölf Hörsäle der Humanwissenschaftlichen Fakultät (HF) vorübergehend gesperrt werden müssten. Der Grund: Eine Deckenlampe war heruntergefallen, weitere könnten folgen. Die gefährlichen Lampen, die zwar relativ neu, aber schlecht in der Decke verankert sind, wurden provisorisch mit Netzen gesichert. Nachdem bereits im Februar Lampen heruntergefallen waren, hatte man ein Gutachten in Auftrag gegeben, um die Sicherheit zu überprüfen. Es ergab, dass alles in Ordnung sei und die Uni nicht reagieren müsse. Ein zweites Gutachten vom TÜV besagte aber, dass die Sicherheit nicht gewährleistet sei, woraufhin die Uni mit den Sicherungsarbeiten begann. Die Grundsanierung soll in der vorlesungsfreien Zeit stattfinden.
Studierende sollen Professuren bezahlen
Lehrstühle wurden bislang nicht aus Studiengebühren finanziert, dafür war das Land zuständig. Die Kölner Uni plant 20 neue Lehrstühle, die mit dem Geld der Studierenden bezahlt werden sollen. Von Carolin Wedekind und Nina Weinbrenner
Im letzten Semester wurde der Uni Köln vorgeworfen, ihre eingenommenen Studiengebühren nur zu einem Bruchteil zu verwenden. Doch anstatt die Gebühren daraufhin zu senken oder ganz abzuschaffen, sucht die Uni nun nach Verwendungsmöglichkeiten.
Gegen Vernunft geimpft
Viele Eltern, die ihre Kinder auf Waldorfschulen schicken, sind Impfkritiker. Das hat in Salzburg zu einer Masernepidemie geführt. Von Carolin Wedekind
In einer Salzburger Waldorfschule war es Anfang April zu einer Masern-Epidemie gekommen. Davon ausgehend erkrankten fast 200 Leute in Österreich und Süddeutschland, die Schule musste vorübergehend geschlossen werden. Die Salzburger Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt gegen die Schulleitung. Wegen der vielen innerhalb kürzester Zeit erkrankten SchülerInnen steht die Einrichtung im Verdacht, durch den fahrlässigen Umgang mit Masern zur Verbreitung beigetragen zu haben.
Geburt aus dem Geiste der Ohnmacht
Superman wird 70 Jahre alt. Damit ist er eine der beständigsten Figuren amerikanischer Ikonografie und wird das wohl auch weiterhin bleiben. Von Thomas Hemsley
Wer hat nicht schon davon geträumt zu fliegen, einen Röntgenblick zu haben oder unverwundbar zu sein? Wer wünscht sich nicht, einmal ein Held sein zu können? Wer wollte nicht mal den Problemen des Alltags mit großer Macht entgegentreten können – oder einfach nur entfliehen?
Die neuen Uni-Chefs
Die Mitglieder des Kölner Hochschulrats stehen fest. Die Uni hatte Probleme, alle Posten zu besetzen. Von Julia Groth
Bisher hat sich Richard Pott vor allem damit befasst, Bayer-MitarbeiterInnen zu mehr Engagement am Arbeitsplatz anzuhalten. Bald könnte das Vorstandsmitglied des Pharma-Konzerns sich mit derlei Aufrufen auch an Studierende wenden. Denn der 54-Jährige mit der Brille und dem Seitenscheitel hat einen Sitz im neu eingerichteten Kölner Hochschulrat. Zusammen mit anderen VertreterInnen aus Wirtschaft und Kultur sowie einigen wenigen Hochschulmitgliedern trifft er dann Entscheidungen über wichtige Belange der Universität.
Zum Beten in den Keller gehen
Gang durch die Uni V: Muslimische Studierende beten im Keller der Uni-Bibliothek. Viele wünschen sich einen Gebetsraum. Von Carolin Wedekind
Unten im Keller, im schwach beleuchteten Treppenhaus der Universitätsbibliothek, liegen zwischen Staub und Gerümpel kleine Teppiche, Bücher und Kalender. Für einige muslimische Studierende an der Kölner Universität ist das der Ort, an dem sie zwischen den Vorlesungen beten.
Streit ums Doktorprivileg
Die Max-Planck-Gesellschaft wollte das Recht, den Doktorgrad zu verleihen. Das dürfen zwar nach wie vor nur Unis, aber Max-Planck-ForscherInnen erhalten mehr Einfluss im Promotionsverfahren. Von Johanna Böttges
Ein Vorhaben der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und der Universität Mainz hat in den vergangenen Monaten in der akademischen Landschaft für Wirbel gesorgt. Das Max Planck Graduate Center sollte als außeruniversitäre GmbH den Doktorgrad verleihen können. Ein Privileg, das bisher allein bei den Universitäten liegt. Auch wenn es nun einen Kompromiss gibt: Mitglieder der wissenschaftlichen Gemeinschaft befürchten, dass die Universitäten künftig durch den Einfluss der MPG geschwächt werden könnten.
Wohnheime in Trümmern
Studierende in Simbabwe werden von der Regierung terrorisiert. Sie hoffen auf einen Regierungswechsel. Von Elke Hofmann
Die Studienzeit ist für viele Menschen an der Universität Simbabwe in der Landeshauptstadt Harare alles andere als eine schöne Zeit. Das liegt nicht nur daran, dass die Universitätsgebäude in einem schlimmen Zustand sind und meist ohne Strom und Wasser auskommen müssen. Die Studierenden haben vor allem unter Repressalien der Regierung von Diktator Robert Mugabe zu leiden. Im Vorfeld der gerade abgehaltenen Wahlen verlegte er den Semesterbeginn von Februar auf Anfang April – vermutlich sollten sich die Studierenden nicht zu politischen Aktionen verabreden können. Die Wohnheime sind bereits seit Monaten geschlossen, viele Studierende leben unter katastrophalen Bedingungen.
Drum prüfe, ob sich ewig bindet
Dafür und dagegen: Jung vor Standesamt und Traualtar – ja oder nein? Von Julia Groth und Lars Strojny
dafür
Ich kenne tausend und ein Argument, warum man nicht heiraten sollte. Erst recht nicht vor der Vollendung des vierzigsten Lebensjahres, mindestens aber, solange man noch in die Kategorie attraktiv fällt. Heute können wir reisen wohin wir wollen, ernähren uns von Falafel, Burgern, Pasta, Borschtsch, Fish ’n’ Chips und Sauerbraten, tragen Sneakers aus New York, Poloshirts aus Tokio, dazu Pariser Jeans (allesamt gefertigt in Indien, aber das ist ein anderes Thema), kurz, wir führen ein vorbildliches postmodernes Leben. Warum also käme jemand auf die debile Idee, sich entgegen der Freiheit, die man sonst genießt, in jungen Jahren zu binden, das Versprechen »bis dass der Tod uns scheidet« ernst zu meinen und gegen jede Vernunft und Scheidungsstatistik dem Partner zu versprechen, eben ein solcher zu bleiben?
